Sehr geehrte Patientinnen und Patienten,

Der Bayerische Hausarztverband hat in Absprache mit weiteren ärztlichen Berufsverbänden zu einem Protest aufgerufen.

Deshalb bleibt unsere Praxis am 10.10.2022 vormittags geschlossen.


Warum? Unser persönliches Wort:

Niedergelassene Ärztinnen und Ärzte mit ihren MitarbeiterInnen sind selbständige Betriebe.
Während aber - wie wir alle wissen und spüren - die Preise für Material, Dienstleistungen (z.B. IT)  und Energie massiv steigen, sind unsere eigenen Preise bzw. Honorare durch die Politik fest vorgegeben. Wir können also unsere Preise bzw. Honorare nicht selbst festlegen, wie es am freien Markt passieren würde und wie wir es alle auch täglich erfahren.


In normalen Zeiten steigen unsere Honorare recht adäquat und werden jährlich an die allgemeinen Veränderungen angepasst. Allerdings läuft genau das aktuell aus dem Ruder:
Nach einer Anpassung um 1,28% im letzten Jahr , kam es jetzt zu einer Erhöhung um lediglich 2,0% für 2023. Für die nächsten beiden Jahre möchten die Kassen jeweils Nullrunden durchsetzen.

Das führt zu realen Einbußen und das gleichzeitig bei medizinisch immer aufwendigerer medizinischer Versorgung, Hausärztemangel, Personalmangel, Facharzt-Terminnot, steigendem Hausbesuchsbedarf im Alter usw.
Die zuletzt mit viel Kraft bewältigten Belastungen durch die Corona-Pandemie sind dabei noch außen vor. Zurecht stiegen auch die Löhne unserer MitarbeiterInnen, die tariflich bezahlt werden.


Uns macht die Arbeit sehr viel Spaß und wir möchten auch in den kommenden Jahrzehnten weiterhin für Sie da sein. Daher können wir die aktuelle Situation nicht unwidersprochen hinnehmen.
Denn die Hausärztliche Versorgung vor Ort ist tatsächlich mittelfristig in Gefahr, wenn hohe Kosten nur noch von investorengestützten Praxisketten geschultert werden können.

Uns ist bewusst, dass nicht nur Ärzte, sondern auch weitere Gesundheitsberufe und Einrichtungen vom gleichen Problem betroffen sind, z.B. ambulante Pflegedienste, Pflegeheime, Krankenhäuser, Physiotherapeuten usw.

Wenn diese Strukturen langfristig defizitär werden, werden sie schließen müssen oder zumindest die Versorgung maßgeblich einschränken.

Wir müssen uns alle damit auseinandersetzen, was uns in der Gesundheitsversorgung wichtig ist, und wie viel wir bereit sind, im Solidarsystem dafür zu bezahlen.

Wir danken Ihnen für Ihr Verständnis!

Ihre GrunauDocs mit Team

Dr. Eike Haessler                                        Dr. Tobias Pöhlmann